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Jad-Waschem-Forscher: Homo-Mahnmal ein "Skandal"

Verfasst: So 15. Jun 2008, 00:33
von dan
Nach Ansicht von Professor Israel Gutman vom Jad-Waschem-Institut ist die Errichtung des Homo-Mahnmals in Berlin ein Fehler.

"Ich hatte viele Jahre den Eindruck, dass die Deutschen die unglaubliche Reichweite der im Holocaust verübten Verbrechen verstehen, die sie begangen haben", erklärte Gutman nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in der polnischen Tageszeitung "Rzeczpospolita". "Dieses Mal haben sie aber einen Fehler begangen".

Schwule "Opfer von internen Kämpfen innerhalb der NSDAP"

"Die Wahl des Ortes war schlecht. Die Besucher haben den Eindruck, dass es keinen großen Unterschied zwischen dem Leiden der Juden und dem der Homosexuellen gab. Es ist ein Skandal." Gutman erklärte, die Nazis hätten nur deutsche Homosexuelle verfolgt, viele von ihnen seien zudem selbst Nationalsozialisten gewesen. Sie seien "Opfer von internen Kämpfen innerhalb der NSDAP" geworden, so Gutman.

Das Homo-Mahnmal in Berlin ist am Dienstag von Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und anderen prominenten Vertretern feierlich eingeweiht worden (queer.de berichtete). Auch in Tel Aviv ist ein Mahnmal geplant (queer.de berichtete).

Das Jad-Waschem-Institut in Jersualem untersucht den von Nazi-Deutschland verübten Holocaust an den Juden. Der Historiker Gutman war von 1993 bis 1996 Chef des Institutes und forscht heute nach wie vor. Als Jugendlicher überlebte er den Nazi-Terror, davon zwei Jahre im Konzentrationslager.

Die Gedenkstätte Jad Waschem wird jährlich von über zwei Millionen Menschen besucht. (dk)

Verfasst: So 15. Jun 2008, 00:33
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